9. Februar 2026 Laura Merz

Pressemitteilung: 02/2026

food.net:z Jahresauftakt 2026

Innovation aus der Region
Lebensmittelnetzwerk food.net:z zeigte beim Jahresauftakt „Nahrung von morgen“

„Was essen wir heute?“ war gestern. Viel wichtiger: „Was essen wir morgen?“ Diese Frage stellte das von der Wirtschaftsförderung des Rhein-Neckar-Kreises initiierte Lebensmittelnetzwerk food.net:z bei seinem Jahresauftakt – und bekam zahlreiche spannende Antworten.

„Netzwerk trifft Zukunft – Nahrung von morgen“, so lautete das Motto, unter dem sich 60 Teilnehmende am Donnerstag, 5. Februar, im Heidelberger Business Development Center einfanden. food.net:z-Geschäftsführerin Julia Sliwinski begrüßte die Anwesenden und gab zum Einstieg einen Rückblick über das vergangene Jahr des Netzwerks. Das folgende Programm teilte sich in zwei Hälften: Zunächst gab es theoretische Grundlagen aus Wissenschaft und Forschung, dann folgten Praxisbeispiele aus dem Netzwerk selbst.

Dr. Silke Lichtenstein, Geschäftsführung und Wissenschaftliche Leitung der Dr. Rainer Wild-Stiftung, beschrieb in ihrem Vortrag die „Zukunft der Ernährung“ und zog Parallelen zur gesamtgesellschaftlichen Werteentwicklung, in der persönliche Freiheit immer wichtiger werde, Natur und Ehrlichkeit hingegen an Bedeutung verlören.

Prof. Dr. Carsten Leo Demming, Studiengangsleiter BWL-Food Management an der DHBW Heilbronn, stellte in seinem Vortrag fest, dass manche Faktoren auch zeitlos sind: „Beziehungen zu Marken ähneln Beziehungen zu Menschen“, so der Experte. Den anwesenden Unternehmen riet er: „Sie wollen wie Nutella sein, das schon auf dem Frühstückstisch in jeder Familie steht. Sie wollen nicht der Nachbar sein, den man nur mal anklingelt, wenn man etwas Zucker braucht.“

Gleichzeitig warnte Demming, dass der Innovationsmut der Branche deutlich nachgelassen habe: Von 50% „echten Innovationen“ an allen Neueinführungen im Markt 2007 sei der Stand bis heute auf 19% gesunken. Dabei seien Kosten und Risiken für Innovationen viel geringer als der Verzicht auf Innovationen – denn ohne Innovationen ziehe die Konkurrenz bald an einem vorbei.

Im food.net:z hingegen ist der Wille zur Innovation ungebrochen, wie die Netzwerkmitglieder zeigten: Zunächst beschrieb Dr.-Ing. Tomas Kurz, Co-Founder der ProteinDistillery GmbH aus Ostfildern/Heilbronn, wie sein Unternehmen nachhaltige Proteine für Lebensmittelunternehmen aus Hefe aus der Bierindustrie herstellt und so eine umwelt- und tierschonende Alternative für tierische Proteine bietet. Danach stellte Dr.-Ing. Peter Koepff, Geschäftsführer der Gelinova GmbH aus Neidenstein, innovative Anwendungen von Gelatinefolie vor. Die sei wesentlich nachhaltiger und leichter zu entsorgen als Plastik, zudem falt- und formbar und für alle Trockenprodukte geeignet.

Auch die FRENVI GmbH, ursprünglich angetreten um essbares Besteck und Geschirr zu vermarkten, hat eine Inspiration aus der Bierindustrie bezogen: Der wissenschaftliche Leiter
des Unternehmens Markus Götz präsentierte einen neuartigen Cracker aus Biertreber, den FRENVI demnächst in Wiesloch produzieren will – alkoholfrei und aus regionalen Rohstoffen. Andrej Piotrowski, President Creation, Design & Development bei der Eppelheimer ADM WILD Europe GmbH & Co. KG, stellte schließlich die Entwicklung von „Postbiotika“ vor, die als Beigabe in Getränken den Konsumentinnen und Konsumenten einen gesundheitlichen Vorteil verschaffen sollen.

Zum Abschluss blieb den Teilnehmenden reichlich Zeit, um am Buffet einerseits erste Proben eines postbiotisch angereicherten Getränks zu verkosten, andererseits aber auch ins Gespräch zu kommen und heute schon die Kontakte für morgen zu knüpfen. „Innovation braucht kompetente Partner – und die findet man hier im food.net:z, wie dieser Abend bewiesen hat“, so Geschäftsführerin Julia Sliwinski. „Unser Dank geht nicht nur an die Referentin und die Referenten, sondern auch an die Teilnehmenden, die unsere Abschluss-Fragerunde und das Netzwerken zu einer lebendigen und spannenden Veranstaltung gemacht haben. Dieses Engagement zeigt: Unsere Mitglieder sind bereit für die Zukunft!“
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Über food.net:z:
Der Verein food.net:z – Lebensmittelnetzwerk Rhein-Neckar e.V. wurde 2018 in Heidelberg auf Initiative der Wirtschaftsförderung des Rhein-Neckar-Kreises als regionale Plattform gegründet. Ziel von food.net:z ist es, Unternehmen aus allen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft miteinander zu vernetzen und zu stärken. Zu den aktuell 46 Mitgliedern des Vereins zählen produzierende mittelständische Betriebe und Konzerne, Zulieferer, Dienstleister sowie Startups. food.net:z unterstützt die Partner darin, eng zu kooperieren, Wissen untereinander und mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu teilen, Synergie-Effekte stärker zu nutzen und neue Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Hierdurch soll sowohl die Innovationskraft als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsunternehmen erhöht werden. Darüber hinaus will der Verein erreichen, dass die Lebensmittelbranche in der Region als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen und die Wertschätzung von Lebensmitteln verbessert wird.
Mehr Informationen von food.net:z unter: www.foodnetz.de