16. Mai 2022 Sarah Reisinger

Pressemitteilung: 03/2022

Energie und Ernährung zusammen denken. Gut besucht bei guter Stimmung: Food.Focus.Future meets Bioökonomie Rhein-Neckar

Das Thema Bioökonomie ist für die Lebensmittelbranche unausweichlich – und eine Riesenchance: Das war die Bilanz der diesjährigen Food.Focus.Future. Das Netzwerk-Event der regionalen Lebensmittelbranche, das das Lebensmittelcluster food.net:z in diesem Jahr gemeinsam mit der Metropolregion Rhein-Neckar ausgerichtet hatte, lockte am Donnerstag, 12.Mai, rund 100 Teilnehmende in den Gutshof Ladenburg.
Dort erwartete sie ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, Workshops, Ausstellung, Diskussionen und jeder Menge Gelegenheit zum Netzwerken. „Wir hatten eine wirklich gute, produktive Stimmung“, sagt die Organisatorin und stellvertretende food.net:z-Geschäftsführerin Julia Sliwinski. „Viele haben sich hier zum ersten Mal nach langer Zeit – oder überhaupt zum ersten Mal – real getroffen.“ Teilnehmende aus regional ansässigen Unternehmen, verschiedenen Institutionen, der Wissenschaft und dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz nutzten das vielfältige Programm, um sich zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. In seiner Keynote spannte Prof. Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, einen weiten Bogen. Der Honorarprofessor am Karlsruher Institut für Technologie, der sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Bundesregierung zum Thema Bioökonomie berät, zeigte nicht nur Strategien und mögliche Stoffströme der Bioökonomie auf, sondern gab auch Beispiele für Bioökonomie im Alltag, von Fleischalternativen bis hin zu nachhaltigen Verpackungssystemen.

In der Folge wurden in vier Workshops verschiedene Themen aus dem Bereich behandelt. Die Teilnehmenden erfuhren etwa, wie Bioökonomie Lieferketten nachhaltiger machen kann und bekamen Beispiele für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Ein anderer Workshop behandelte den Beitrag digitaler Lösungen auf dem Weg zu mehr Bioökonomie, wenn etwa künstliche Intelligenz auf Satellitendaten den Kontrollaufwand in der Landwirtschaft reduziert.

Im Anschluss präsentierten die food.net:z-Mitglieder Spoontainable, Frenvi und Naturin Viscofan ihre gelebten Beispiele für Bioökonomie: Frenvi und Spoontainable stellen essbares Besteck her und verwenden dafür vor allem Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie. So wird eine Kreislaufwirtschaft mit mehreren Akteuren möglich und Einwegplastik reduziert. Naturin Viscofan stellte Projekte aus der aktuellen Forschung ebenso vor wie bereits umgesetzte Ansätze, mit denen Produktionsabfälle vermieden oder einer weiteren Nutzung zugeführt werden.

Zum Abschluss und auch zwischen den einzelnen Programmpunkten konnten die Teilnehmenden sich bei der Begleitausstellung, die auf dem Außengelände aufgebaut worden war, noch näher mit einzelnen Aspekten des Themas auseinandersetzen und miteinander in Kontakt kommen. Hier waren so unterschiedliche Akteure wie die BASF-Tochter Trinamix, das Start-up SensING, die IHK Rhein-Neckar, das Umweltcluster Bayern und die „Design Factory“ inno.space der Hochschule Mannheim vertreten. Neben den Organisatoren food.net:z und MRN präsentierte sich außerdem auch der Rhein-Neckar-Kreis mit dem Landwirtschaftsamt, dem Forum Ernährung und dem Forstamt. „An der Bioökonomie führt über kurz oder lang kein Weg vorbei“, sagte der food.net:z-Vorsitzende Dr. Helmut Gerlach zusammenfassend. „Wenn wir Energie und Ernährung zusammen denken, können wir kreative Lösungen für künftige Probleme finden. Einige davon konnten wir auf der Food.Focus.Future meets Bioökonomie Rhein-Neckar schon heute kennenlernen.“ Keynote-Speaker Prof. Kindervater ergänzte „Vor zehn Jahren konnte noch niemand etwas mit dem Begriff der Bioökonomie anfangen, was sich mit dem Blick auf die heutige Veranstaltung erfreulicherweise geändert hat.“ Auch Organisatorin Julia Sliwinski ist zufrieden: „Heute ist das oft recht abstrakte Thema Bioökonomie durch die Vorträge und guten Beispiele sehr viel greifbarer geworden. Außerdem haben wir das Netzwerk innerhalb der Branche gestärkt – und auch das von food.net:z: Die Zusammenarbeit mit der MRN lief hervorragend, wir werden sicher auch künftig im Austausch bleiben.

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